Regelung

Allgemeine Information

Regelungen sind quasi das Hirn einer Heizungsanlage. Sie bestimmen wesentlich den Brennstoffverbrauch und den Komfort einer Anlage mit. Wichtig ist, dass die wichtigsten Funktionen der Geräte auch von Nicht-Fachleuten leicht bedient werden können.

Zu den elektronische Reglern zählen Kesselkonstantregler, Raumtemperaturregler, Außentemperaturregler und ganzheitliche Hausmanagementsysteme.

Die Außentemperaturregler können als Gleitende Regler oder als Mischerkreisregler ausgeführt sein und arbeiten häufig nach einer Heizkurve.

Kesselkonstantregler sind im Prinzip Thermostate, die die Kesseltemperatur auf einem konstanten voreingestellten Wert halten (z.B. 65°). Innerhalb von technisch bedingten Schaltdifferenzen (Hysterese) wird der Brenner aus oder eingeschaltet. (Differenz bis zu 10°)
Vorteil: Billig
Nachteil: sehr ungenaue Regelung und dadurch schlechter Komfort und höherer Verbrauch.

Beim Raumtemperaturregler misst ein Fühler die Temperatur in einem Raum (Isttemperatur) und vergleicht diese mit einem voreingestellten Wert. Nach Erfordernis wird der Brenner Aus/Ein geschaltet. Die anderen Räume werden mit Thermostatköpfen nachgeregelt. Der Regler sollte in dem Raum installiert sein, der am meisten bewohnt ist. Der Kessel selbst wird über ein Thermostat stabil gehalten.
Vorteil: günstig, bessere Regelcharakteristik wie Kesselkonstantregler

Nachteil: Fremdwärmeeinflüsse wie Sonne, Kachelofen im Raum, Personenabwärme etc. veranlassen die Regelung auszuschalten. Die anderen Räume können zu kalt werden. Lüftungskälte könnte umgekehrt zu einem Einschalten des Kessels und somit zu einer Übererwärmung der anderen Räume führen.

Die Außentemperaturregelung regelt die Raumtemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Der Fühler wird außen an der Nordseite unbeeinflusst von der Sonnenstrahlung montiert.

Die erforderliche Kesseltemperatur wird über die sogenannte Heizkurve vom Regler vorgegeben.
In allen Räumen stellt sich die berechnete Temperatur ein, Fremdeinflüsse wie Sonne, Lüftung etc. werden in jedem Raum einzeln durch Thermostatköpfen annähernd ausgeglichen.

Zusätzlich kann ein Bediengerät im Raum die tatsächliche Temperatur mit der errechneten abgleichen und zusätzlich den Bedienkomfort erhöhen.

Diese Regelung ist die heute am häufigsten verwendete Art.

Hausmanagementsysteme werden genau nach den Bedürfnissen des Kunden programmiert. Neben der außentemperaturgesteuerten Heizungsregelung werden häufig Einfahrtstore, Garagentore, Jalousien, Alarmanlagen, Lichtsteuerungen etc. miteingebunden. Jeder Raum kann mit eigenen Raumcontrollern ausgestattet sein. Die Datenübertragung erfolgt über ein elektrisches Kabelsystem.

Über ein Modem ist die Bedienung oder Wartung auch dann möglich, wenn man nicht vor Ort ist, z.B. Wochendendhäuser. Sie stellen die modernste, aber auch teuerste Variante dar. An Hand der Heizkurve errechnen Außentemperaturregler die optimale Kessel- bzw. Vorlauftemperatur, um die erforderliche Raumtemperatur exakt zu erreichen. Sie verhält sich im Wesentlichen linear zur Außentemperatur. Ist beispielsweise bei einer Außentemperatur von -20°C eine Vorlauftemperatur von 60°C notwendig, so wird diese bei 0°C ebenfalls um 20° auf 40°C verändert.

Bei der Einstellung muss auch die Isolierung der Gebäudehülle berücksichtigt werden. Bei einigen Reglern lassen sich Heizkurven händisch nachjustieren, wenn es jemandem dauernd zu kalt oder zu warm ist. Manche Regler können das auch automatisch durchführen (Selbstadaption).

Gleitende Kesselregelung: Der elektronische Regler errechnet nach der herrschenden Außentemperatur eine Soll Kessel- bzw. Vorlauftemperatur und versucht den Kessel auf dieser Temperatur zu halten.

Modulierende Brenner wie z.B. bei Gasgeräten passen ihre Leistung stufenlos an die Vorgabe durch den Regler an. Dadurch ist die gleitende Regelung gut für solche modulierenden Geräte geeignet. Anders bei Ölbrennern, weil diese nur 2 Schaltzustände haben können. Und zwar: Volle Leistung oder Aus. Um bestimmte Mindestbrennerlaufzeiten zu erreichen, läuft der Brenner oft noch, auch wenn keine Wärme mehr benötigt wird. Diese Schaltdifferenz kann bis 10°C und mehr betragen und wird natürlich auch an z.B. das Heizkörpersystem übertragen.

Wichtig ist auch, dass Ölkessel mit einer Mindesttemperatur von 40°C betrieben werden müssen um Korrosionsschäden zu vermeiden. Ab einer Außentemperatur von ca. 0 – +5°C errechnet der Regler aber weniger als diese 40°C. Schlimm wird es bei eingestellter Nachtabsenkung, weil oft nur 30°C Vorlauftemperatur benötigt werden, aber der Kessel zwischen 40° und 50° pendelt. Der Raum bleibt so warm wie am Tag. Das führt zu einem geringeren Komfort im Wohnbereich und leider auch zu einem deutlichen Mehrverbrauch an Energie.

Für Wand- oder Fußbodenheizungen, die dauernd niedrige Temperaturen benötigen, ist dieses System gänzlich ungeeignet (außer bei Gaskesseln).

Abhilfe schafft hier die Mischerkreisregelung. Der Regler und die hydraulische Installation müssen dafür konzipiert sein. Die durch Mindesttemperatur und Schaltdifferenz des Kessels bedingte Übertemperatur wird durch die automatisch geregelte Beimischung von kälterem Rücklaufwasser in den Vorlauf konstant abgebaut.

Somit werden Heizkörper oder andere Heizsysteme immer mit optimaler, der Witterung und der Tageszeit angepasster, Temperatur betrieben.

Die Mehrkosten rechnen sich durch die bei der gleitenden Regelung beschriebenen negativen Effekte innerhalb von wenigen Jahren. Der Wohnkomfort wird dazu noch erheblich verbessert.

Diese Art der Regelung ist für alle Kesseltypen empfohlen, deren Wärme nicht sehr rasch stufenlos geregelt werden kann (Ölkessel, Holz, Pellets, Fernwärme etc.).