Ölheizung

Allgemeine Information

Die Ölheizung hat eine lange Tradition und ist somit ausgereift in Technik und unerreicht im Komfort. Fachmännisch gewartet garantiert sie geringste Umweltbelastung, höchste Betriebssicherheit und mit der entsprechenden Regelung optimale Bedienbarkeit und niedrige Betriebskosten.

Brennstoff Öl: ist ein fossiler, nicht nachwachsender Rohstoff mit einer errechneten Verfügbarkeit von ca. 150 Jahren. 20% der Weltbevölkerung verbrauchen 80% der Energiereserven. Durch geändertes Benutzerverhalten dieser 80% könnte dieser Wert stark verändert werden. Deshalb ist ein sehr sparsamer Umgang mit diesem Rohstoff in allen Bereichen dringend anzuraten. Kein zweiter Brennstoff hat eine bessere Nahversorgung über Tankstellen und Brennstoffhändler als Heizöl. Der Energieinhalt ist geringfügig höher als der von Erdgas. Bei einem gut gedämmten Haus kann man für den Verbrauch ca. 12 l /Jahr und m2 Wohnfläche ansetzen.

Umweltschonend: Moderne Ölkessel nutzen den Brennstoff bestmöglich aus (Wirkungsgrad 90 – 95%) und verbrennen ihn so umweltschonend wie möglich. Mittlerweile sind schon erprobte Öl-Brennwertkessel am Markt, die den Wirkungsgrad noch weiter steigern können. Durch den Ausstoß von CO2 wird die Ozonschicht der Erde belastet. Einige Luftschadstoffe (Kohlenmonoxid, Stickoxide, Staub etc.) liegen aber zum Teil sogar beträchtlich unter denen von Holz oder Pellets. Beim Ölkauf sollte unbedingt auf normgerechte Brennstoffe geachtet werden. Sonst könnten Störungen an der Düse des Brenners hervorgerufen werden.

Technologie: Fast alle am Markt befindlichen neueren Kessel sind Niedertemperaturkessel. Ein Ölkessel besteht im wesentlichen aus 3 Hauptkomponenten: Dem Kesselkörper selbst, dem Ölbrenner und der Regelung. Diese müssen optimal aufeinander abgestimmt sein um wirtschaftlich und schadstoffarm zu funktionieren.
Für den Kesselkörper wird meist Stahl, Guss oder eine Kombination daraus verwendet.
Stahlkessel haben mehr Wasserinhalt und dadurch längere Brennerlaufzeiten. Es kann sich daraus ein geringerer Verbrauch ergeben.

Die vom Ölbrenner erzeugte Wärme wird in sogenannten Rauchgaszügen durch den Kessel geführt und über die metallene Kesselwand an das dahinterliegende Heizungswasser abgegeben. Stand der Technik sind heute 3-Zug Kessel. Durch die langen Wege wird die Energie gut übertragen. Die Rauchgase strömen stark abgekühlt in den Kamin.
Bei den Brennern unterscheidet man zwischen Gelbbrennern und Low Nox (oder Blau)- Brennern. Die Energieausnutzung ist bei beiden Typen in etwa gleich hoch. Allerdings erzeugen Low Nox Brenner weniger umweltschädigende Stickoxyde (Nox).

Für den Brenner wären lange Laufzeiten wichtig. Häufige Starts und Stops belasten einerseits den Brenner sehr stark und erhöhen andererseits den Schadstoffausstoß enorm. (Siehe Auto im Stadtverkehr). Dies erreicht man durch Kesselleistungen, die so weit wie möglich an den Gebäudeheizbedarf angepasst sind und durch große Wassermengen im Kessel. Durch Mindestlaufzeiten produziert der Brenner momentan oft mehr Wärme als gerade gebraucht wird und er kann diese in einem größeren Wasservolumen besser speichern.
Weil Kessel nach der tiefsten Temperatur in einer Region ausgelegt werden (z. B. -14°C für Graz), diese aber im Schnitt nur 6 – 8 Tage im Jahr erreicht wird, sollte der Kessel so klein als möglich dimensioniert werden, um einen besseren Wirkungsgrad zu erreichen.

Die Brennerleistung wird unter anderem auch mit der Öldüse eingestellt. Diese unterliegt einem starken Verschleiß, weshalb Ölbrenner wenigstens jährlich von einem Heizungsfachmann zu warten und neu einzustellen sind.

Die Heizöllieferung erfolgt bequem mit dem Tankwagen direkt in den Öltank. Dieser sollte den 1 – 1,5-fachen Bedarf eines Jahres fassen. Für ein Einfamilienhaus ist ein Tankvolumen von 3 – 4000l empfehlenswert. Übliche Kunststofftanks sind 1000, 1500 und 2000 l. Der Flächenbedarf liegt in der Regel bei 2,5m x 2m.
Die Tankbefüllung erfolgt bequem mittels Tankwagen und ist praktisch fast 365 Tage im Jahr möglich.

Der Heizraum ist brandbeständig F90 zu errichten. Der Zutritt erfolgt über eine Brandhemmende Tür T30.
Der Heizraumboden ist bis zu einer Höhe von mind. 3 cm ebenfalls öldicht auszuführen. Für ausreichende Frischluftzufuhr ist zu sorgen (mind. 400cm2).

Für den Einsatz in Ölkesseln stehen technisch hochwertige Regler zur Verfügung. Die Palette reicht von reinen Kesselreglern über Raumtemperaturregler und Außentemperaturregler bis hin zum Hausmanagementsystem für die Steuerung aller haustechnischen Geräte. Wichtig bei allen Arten ist anwenderfreundliche Bedienbarkeit.
Heizungsregler steuern Brenner, Pumpen, Mischer, Kesseltemperaturen etc. und sind sehr stark mitverantwortlich für Brennstoffverbrauch und Behaglichkeit.

Die Verbrennung von Heizöl kann mit verschiedenen Kesselsystemen erfolgen.
Der Niedertemperaturkessel ist die heute üblichste Variante. Beim Öl- Brennwertkessel wird zusätzlich Wärme aus den Kaminabgasen genutzt. Dadurch steigt der Gesamtwirkungsgrad. Bei den sogenannten Pufferkesseln ist der Feuerraum von mehreren hundert Litern Pufferwasser umgeben. Es ergeben sich längere Brennerlaufzeiten und bessere Wirkungsgrade. Öl- Etagenherde können bei Bedarf direkt in Wohnräumen aufgestellt werden.

Variationen

Fast alle am Markt befindlichen Kessel sind Niedertemperaturkessel: Das bedeutet dass der Kessel mit niedriger Kesselwassertemperatur, oder mit niedriger Abgastemperatur oder mit niedrigen Temperaturen in beiden Bereichen (Optimum an Energieeinsparung) betrieben wird.
Niedrige Kesselwassertemperaturen bedeuten weniger Wärmeverluste durch die Kesselverkleidung. (bei heutigen Kesseln mit guter Isolierung wenig Einsparung).
Durch niedrige Abgastemperaturen ist viel mehr Einsparung zu erzielen. Gut eingestellte Kessel liegen bei 130 – 140°C. (Alte Anlagen sind bei 220 – 240°C gelegen) Allerdings muss auch der Kamin dafür geeignet sein.

Jede Verringerung der Abgastemperatur um je 20° bewirkt eine Wirkungsgradverbesserung um je 1%. und damit auch weniger Ölverbrauch. Die meisten heutigen Kessel dieser Bauart sind als 3- Zugkessel ausgebildet.

Öl-Brennwertkessel sind eine Weiterentwicklung der heutigen modernen Niedertemperaturkessel.

Die Befeuerung erfolgt wie bei diesen mit einem Low- Nox Ölbrenner. Allerdings wird die Kesseltemperatur und damit auch die Abgastemperatur durch eine spezielle Konstruktion weit unter 40° abgekühlt. Das Abgas kondensiert bei diesen Temperaturen und es wird dabei zusätzliche Energie frei. Dadurch erhöht sich der Kesselgesamtwirkungsgrad erheblich. Der Heizölverbrauch im Vergleich zu einem modernen Niedertemperaturölkessel sinkt um ca. 5-10%, und zu einem alten Ölkessel sogar um 40%. Es geht praktisch keine Energie mehr durch den Rauchfang verloren. Eine optimale Ausnutzung des Kondensationseffektes erhält man, wenn diese niedrigen Temperaturen auch an das Wärmesystem abgeben können. Die Rücklauftemperaturen sollten niedrig sein. (Wandheizung oder Fußbodenheizung!). Durch großes Kesselwasservolumen erreicht man wesentlich weniger Brennerstarts und belastet die Umwelt dadurch ebenfalls viel weniger.
Bei Brennwertgeräten ist ein bestehender Rauchfang unbedingt den neuen Erfordernissen anzupassen und mit einem geeigneten Rohr zu sanieren.
Das im Kamin entstehende Kondensat wird in einer Neutralisationsbox gesammelt und kann so direkt in die Kanalisation geleitet werden.

Durch die geringeren Betriebskosten rechnet sich eine Öl-Brennwertanlage im Vergleich zu herkömmlichen Ölanlagen in wenigen Jahren. Danach “erhalten Sie viel mehr Zinsen” als bei jedem Sparbuch!

Öl-Etagenherde eignen sich dort, wo z. B. kein Kellerraum vorhanden ist und er in die Wohnräume eingebaut werden muss oder als Ersatz für bestehende Holzetagenherde. Er ist von den Abmessungen her in Küchenverbauten integrierbar (Bautiefe 60cm). Als Brenner verwendet man 2-stufige Verdampfungsbrenner.
Die Abgastemperaturen liegen geringfügig höher als bei einem herkömmlicher Ölkessel, des Wirkungsgrad etwas darunter. Dadurch kann die Leistung auch in der Übergangszeit sehr gut an das Gebäude angepasst werden.
Die Ölzufuhr erfolgt über einen eigenen Tank. (Haushaltstank oder Kellertank). Boiler werden wahlweise in Kombination mit dem Herd oder als eigene Einheit angeboten. Die Geräuschbelastung ist vergleichbar mit der eines Kühlschrankes.